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Mountainbiken im Soča-Tal

Aufgrund der geschichtlichen Entwicklung ist das ganze Tal mit einem dichten Wegenetz durchzogen. Es gibt uralte Alm- und Wirtschaftswege, spektakuläre Kriegstrassen aus Zeiten des ersten und zweiten Weltkriegs sowie ein dichtes Netz aus kleinen Pfaden, da die Region schon seit jeher ein beliebtes Ziel für Wanderer und Bergsteiger war. Garniert wird das Ganze mit der einmalig schönen und ursprünglichen Landschaft, was das Soča-Tal für Tourenbiker zu einem absoluten Weltklasserevier macht.

Bovec

Das Tourengebiet von Bovec liegt der Quelle der Soča am nächsten und stellt die alpinste Region dieses Führers dar was es landschaftlich besonders reizvoll macht. Allerdings muss man sich oft mit Stichtouren (out and back) zufrieden geben, da Rundtouren wegen der enorm steilen Täler und einiger Restriktionen durch den Nationalpark selten möglich sind. Im Ort selber gibt es einige Cafés und Restaurants für ein erholsames Apres-Biking.

Kobarid

Nur wenige Kilometer südlich von Bovec liegt Kobarid. Das Tourengebiet zu Füssen des Kobariski Stol bietet im Gegensatz zu Bovec bessere Möglichkeiten für ausgedehnte Rundtouren. Das Bike-Revier ist sehr abwechslungsreich und wird dominiert von den Gipfeln des Stol, Krn und Matajur. Im Ortszentrum von Kobarid gibt es die Möglichkeit, eine gelungene Tour bei einem kühlen Bier oder einem Cappuccino ausklingen zu lassen.

Tolmin

Noch einmal einige Kilometer weiter südlich liegt Tolmin, am Zusammenfluss von Soča und Tolminka. Trotz der geringen Entfernung zu Bovec ist es hier meist deutlich wärmer und mediterraner. Die Tourenmöglichkeiten sind endlos, größtenteils bewegt man sich auf weniger alpinen Routen als weiter flussaufwärts.

Beste Zeit/Klima

Die Lage an der Alpensüdseite und die Nähe zur Adria bestimmen das Klima der Region und die Bike-Saison ist entsprechend länger. Mitunter kann, vor allem in den tieferen Lagen, sogar ganzjährig auf Tour gegangen werden. Die besten Monate sind April bis Juni und September bis November. Vor allem die klaren Herbsttage sind sehr empfehlenswert. Ist man früh genug unterwegs, kann man am späten Vormittag schon eine fantastische Fernsicht genießen, während das Flusstal noch im Nebel liegt. Die Sommermonate haben ebenfalls ihren Reiz, es kann aber mitunter sehr heiß werden.

Besonderheiten

In der Region gibt es eine Vielzahl von Wegen. Viele davon sind teilweise in Vergessenheit geraten oder werden nicht oder nur selten genutzt und gepflegt. Einerseits macht das den Reiz dieses Gebiets aus, andererseits muss man vereinzelt mit umgestürzten Bäumen, üppiger Vegetation, Hangrutschen oder, vor allem nach milden Wintern ohne Schnee, mit knietiefem Laubbelag auf den Trails rechnen. Auch die meist grobschottrigen Forst- und Almwege haben nur selten etwas mit den planierten Forstautobahnen beispielsweise in den bayerischen oder österreichischen Alpen zu tun. Auffahrten können daher teilweise etwas mehr Kraft und Energie kosten. Die dichte Bewaldung, vor allem mit Buchen, hat aber auch Vorteile: Der Großteil der Trails sind schöne, laubbedeckte Waldpfade, Geröllmonster wie etwa am Gardasee sind sehr selten.

Bedingt durch den geologischen Aufbau und die vorhandene Topographie kommt es immer wieder zu Erdrutschen, Muren oder Steinschlägen, oft infolge von starken Regenfällen oder Erdbeben. Dadurch ist die Befahrbarkeit einzelner Wegabschnitte mitunter beeinträchtigt. Grundsätzlich haben wir versucht Touren mit vorhandenen Wegbeschädigungen zu meiden.

Auf den Hochflächen ist Vorsicht bei Gewittern geboten, diese können in der Region oft extrem heftig ausfallen.

Im Frühjahr und Frühsommer lauern viele hungrige Zecken in den Wiesen und Wäldern. Das Soča-Tal ist zwar offiziell kein FSME-Risikogebiet (Stand 2007), eine entsprechende Impfung oder lange Körperbedeckung und gründliche Leibesvisite nach der Tour sind aber zu empfehlen. Außerdem gibt es giftige Kreuzottern, die auf dem Bike aber normalerweise kein Problem darstellen.

Gesetzeslage - Einschränkungen

In der Kernzone des Nationalpark Triglav galt bisher ein generelles Bikeverbot auf Pfaden und Wanderwegen. Im Moment wird das dazu gehörige Gesetz überarbeitet, es ist allerdings nicht davon auszugehen, dass es zu einer Aufhebung des Verbotes kommt. Für das Gebiet außerhalb gab es bis zum Juli 2007 keine Einschränkungen. Vom slowenischen Parlament wurde ein Gesetz verabschiedet, welches das Befahren von Wanderwegen und Bergpfaden mit dem Fahrrad untersagte. Problem war hierbei vor allem die Gleichstellung von Fahrrädern mit Motocross, Quads u.ä.. Im Jahr 2010 kam es dann zu Überlegungen Mißachtungen mit hohen Geldbußen zu belegen, was zu einer Protestaktion in Slowenien führte. Das Gesetz wurde dann Ende 2010 durch Änderung eines damit verknüpften Gesetzes ausgehebelt, mit dem Ergebnis, dass man sich momentan als Mountainbiker v.a. auf Trails in einer Grauzone bewegt (Stand März 2011). In naher Zukunft soll ein neuer Gesetzestext verabschiedet werden, an den Diskussionen werden sich auch diverse Fahrradorganisationen beteiligen um eine gemeinsame, für MTB hoffentlich sinnvolle Lösung zu finden.
Die in diesem Führer enthaltenen Touren wurden im Herbst 2007 mit den örtlichen Tourismusämtern und von diesen mit den Wegbetreibern abgestimmt um Konflikte bei der Wegenutzung zu vermeiden. Angesichts der Tatsache, dass es sich beim Mountainbiken in der Region immer noch um eine vergleichsweise neue Sportart handelt und eben der aktuellen gesetzlichen Situation, bitten wir Euch, durch entsprechendes Verhalten (International Trailrules, siehe u.a. www.dimb.de) mit dafür zu sorgen, dass ein Entstehen einer „MTB-Opposition“ vermieden wird und in Zukunft noch viele der fantastischen Trails für Mountainbiker geöffnet werden.

Angesichts der Tatsache, dass es sich beim Mountainbiking in der Region um eine vergleichsweise neue Sportart handelt, bitten wir Euch, durch entsprechendes Verhalten (International Trailrules, siehe u.a. www.dimb.de) mit dafür zu sorgen, dass ein Entstehen einer „Mtb-Opposition“ vermieden wird und in Zukunft noch viele der fantastischen Trails für Mountainbiker geöffnet werden.

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