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Slowenien

Slowenien ist für viele Menschen noch immer ein weißer Fleck auf der Landkarte. Dabei hat das abwechslungsreiche Land am Südrand der Alpen auf seinen eher bescheidenen 20.000 Quadratkilometern (ca. 30% Bayerns) sowohl landschaftlich als auch kulturell Einzigartiges zu bieten.

In weiten Teilen des Landes bestimmen ausgedehnte urwüchsige Wälder, schroffe Kalkgipfel, wilde Schluchten und Karsterscheinungen das Bild. Aber auch fruchtbare Ebenen, liebliche türkisblaue Flüsse, glasklare Seen, sanfte Hügellandschaften und ein Stück Mittelmeerküste sind zu finden. Und so freuen sich in Slowenien nicht nur Outdoorenthusiasten und Extremsportler auf reichlich Beschäftigung, auch Geschichtsfans können sich an historischen Städten, mächtigen Ruinen, alten Burgen und Schlössern begeistern, während sich Erholungssuchende nur wenige Kilometer weiter in adriatischen Strandbädern tummeln oder in traditionsreichen Thermalbädern verwöhnen lassen.


Gesellschaftlich hat sich das einst kommunistische Slowenien seit der Unabhängigkeitserklärung im Sommer 1991 rasant entwickelt. Dabei spielte es eine wichtige Rolle, dass Belgrad die slowenische Teilrepublik seit jeher nicht als unmittelbares Interessensgebiet betrachtete und sie daher im sog. 10-Tage-Krieg relativ widerstandslos in die Selbstständigkeit entließ. Schließlich liegt der serbische Anteil an der Bevölkerung nur bei ca. 2%, und die Slowenen stellen sehr klar die ethnische Mehrheit.

Im Jahr 2004 ereigneten sich für Slowenien mit dem NATO-Beitritt im März und mit der Aufnahme in die Europäische Union im Mai gleich zwei Meilensteine. Das Land gilt als der Musterschüler unter den neueren Beitrittsländern und es wurde ihm als einzigem Teilnehmer der ersten EU-Osterweiterung zugestanden, im Jahre 2007 den Euro einzuführen. Seit dem 1. Januar 2007 ist also die europäische Gemeinschaftswährung auch offizielles Zahlungsmittel in Slowenien.

Mit der Ratifizierung des Schengener Abkommens und dem damit verbundenen Wegfall der Grenzkontrollen am 21. Dezember 2007 steht einer Reise nach Slowenien endgültig nichts mehr im Wege. Im ersten Halbjahr 2008 hatte das Land die EU-Ratspräsidentschaft inne und konnte sich damit auf der europäischen Bühne etablieren.

Slowenien und seine Berge

Die Berge haben für die Slowenen seit jeher eine zentrale Bedeutung. Auf der Suche nach nationaler Identität und Abgrenzung zu den anderen Teilstaaten des ehemaligen jugoslawischen Staatenbundes erinnerte man sich der Legenden und Überlieferungen, die sich in den abgeschiedenen Regionen, vor allem der Julischen Alpen erhalten hatten. Die Bedeutung der heimischen Bergwelt spiegelt sich in der slowenischen Musik, Literatur und Malerei wider. Eines der bedeutendsten Werke ist die epische Erzählung „Taufe an der Savica“ („Krst pri Savici“) von France Prešeren (1800-1849), der als der größte Dichter der Nation angesehen wird. Das Abbild von Prešeren ziert die slowenische 2-Euro-Münze und ein Teil seines Gedichts „Zdravljica“ („Trinkspruch“) lieferte den Text für die slowenische Nationalhymne.

Den Stellenwert, den ihre Berge für die Slowenen einnehmen, zeigt sich auch in der Tatsache, dass man ein Abbild des Triglav auf der Nationalflagge wiederfindet. Auch auf der neuen 50-Cent-Münze ist der höchste Berg des Landes mit seinen markanten 3 Gipfeln abgebildet. Damit ist Slowenien einer der wenigen Staaten, die einem Berg oder Gebirge eine solche Bedeutung beimessen und es ist nicht verwunderlich, dass ein großer Teil der slowenischen Bergwelt im Nationalpark Triglav zum Naturschutzgebiet erklärt worden ist.

Der Nationalpark Triglav

Der Nationalpark Triglav läßt sich bis in das Jahr 1924 zurückverfolgen. Damals wurde eine etwa 1,6 km2 kleine Fläche im Tal der sieben Seen als sog. „Alpiner Schutzpark“ ausgewiesen und bildete damit die Grundlage für den Nationalpark Triglav, slowenisch „Triglavski narodni park“. Benannt ist die Schutzzone nach Sloweniens höchstem Berg, dem 2864 m hohen Triglav („der mit den drei Köpfen“). In seinen jetzigen Grenzen von knapp 84 km2 existiert der Park seit 1981 und umfasst damit den größten Teil der Julischen Alpen in Slowenien. Besonderheiten im Nationalpark sind die sehr naturnahen Bergmisch- und Buchenwälder sowie zahlreiche Seen, Flüsse und Wasserfälle. Die Flora und Fauna im Gebirge und in den Tälern des Nationalparks ist sehr artenreich - darunter sind auch einige endemische Pflanzenarten. Auch Steinböcke, Gämsen, Rotwild oder Auerhähne und sogar Steinadler, Wildkatzen, Fischotter, Luchse und Braunbären sind noch heimisch.

Der Nationalpark ist in zwei Zonen unterteilt. Die Kernzone beinhaltet rund ein Drittel der Gesamtfläche. In ihr hat die Natur absoluten Vorrang, und so sind auch Aktivitäten wie z.B. Mountainbiken eingeschränkt. In der Randzone wird versucht, die teilweise extensiven landwirtschaftlichen Nutzungsformen mit den Ansprüchen des Tourismus und dem Naturschutz in Einklang zu bringen.

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